Atlantis gleich Antarktis?


In der gängigen Atlantis-Literatur macht sich in den letzten Jahren ein sehr interessanter Trend breit. Fritz Nestke (1) schreibt, daß Atlantis ursprünglich zwar im Atlantik gelegen habe, durch eine globale Umkehrung jedoch ins Südpolargebiet "verrutscht" sei. Dieses Ereignis sei durch das Einfangen des Mondes verursacht worden.

Nestke schreibt:
 

"Der Mondeinfang beeinflußte und veränderte die Rotation des Planeten Erde. Im Wirken der gegenseitigen Gravitionskräfte wurde die frühere Rotationsgegend so verändert, daß sich unsere Erde völlig "verdrehte". Was vorher Polgegend war, wurde in die äquatoriale Gegend gedreht: früheres Land geriet unter die gigantischen Flutwellen und mit der geänderten Rotation bei senkrechter Stellung der (gedachten) Erdachse pendelte die "taumelnde" Erde über einen längeren Zeitraum in ihre heutige Position... "


Und so könnte der Kontinent Atlantis/Antarktis in die Südpolargegend verrutscht sein, überschwemmt, und letztlich von einer Eisschicht überdeckt, um es vereinfacht auszudrücken: Die von Plato erwähnten "gegenüberliegenden Inseln", seien die Anden gewesen,die erst durch die Katastrophe zu einem Gebirge wurden.

Auch Graham Hancock (2) macht sich für die These stark, nur die Antarktis könne eine frühere Hochkultur beheimatet haben, und auch er spricht sich für die Theorie aus, daß die Erdkruste gegenüber dem Erdmantel "verrutschen" könne.

Ganz interessant argumentiert Anderssen (3) Er kombiniert gleich "Polsprünge",  "Polwenden" und das "Verrutschen der Erdkruste" um eine halbe (oder auch mal ganze) Umdrehung relativ zum Erdmantel. Für ihn sind äußere Einflüsse maßgebend, die zu beschreiben an dieser Stelle zu weit führen würde. Allerdings bleibt bei ihm Atlantis im Atlantik. Er schreibt, nachdem er auf eine magnetische Beeinflussung von außen auf die Erde zu sprechen gekommen ist:
 

"...Kommt es auf eine solche oder ähnliche Weise zu einer Umpolung des Magneten Erde. so wird sich die Erdkruste in der Weise drehen, wie sich der Anker eines Elektromotors dreht, bei dem ja auch die Umpolung des Feldes die Bewegung herbeiführt. Das Verrutschen der Erdkruste über dem Erdkörper müßte, wenn es zu einer vollständigen Auswirkung der kosmischen Kräfte kommt, so erfolgen, daß der Nordpol nach Süden und der Südpol nach Norden geführt wird, bis der rezente Magnetismus der Erdkruste wieder zum umgepolten Erdkern paßt. Dies nenne ich "Polwende."


Für R & R Flem-Ath (4) habe die Antarktis=Atlantis von vornherein in der Nähe des Südpols gelegen, wo das Klima am erträglichsten war, während es auf dem Rest der Erde eher zu heiß war. In Folge eines normalen geologischen Prozesses - man beruft sich auf die Theorie von Charles H. Hapgood - sei die Antarktis (Atlantis), die vorher z.T. vereist, und z.T. bewohnbar war, nun vollkommen in den südlichen Polarkreis gerutscht, wo sie schließlich überschwemmt und unter Schnee- und Eismassen begraben wurde. Dies sei etwa um 12.000 v. Chr. der Fall gewesen. Unter "Atlantik" hätte man damals das Weltmeer verstanden.

Mir ist es vollkommen schleierhaft,. wie die durch nichts belegbare und absolut umstrittene Theorie der Erdkrustenverschiebung 1. eine dermaßen große Popularität erreichen konnte. und 2. wie ein Zusammenhang mit Platos Atlantis hergestellt werden konnte.

Dabei ist die These des guten alten Muck (5) doch um so vieles einfacher. Ein Impaktor schlägt im Atlantik ein, und das im Azorengebiet befindliche Atlantis geht unter. Und wir wissen, daß Impaktoren aus dem All in der Vergangenheit schon recht oft unseren Planeten heimgesucht haben. Dies wird uns auch von der Schulwissenschaft bestätigt, s. den End- Kreideimpaktor, mit seinen verheerenden Folgen, um nur ein Beispiel zu nennen. Es gibt deren viele!

Zitieren wir die entsprechende Stelle aus der Übersetzung von Barbara Pischel (6): (Timaios 25):
 

"Zuletzt, als unbarmherzige Erdbeben und Überschwemmungen eintraten, als ein Tag und eine schwierige Nacht hinzukam, versank in Eurer Nähe die ganze dicht gedrängte ganze Heeresmacht, plötzlich unter der Erde, und die Insel Atlantis zeigte sich wie in das Meer untergetaucht (von Düsenkraft ins Meer herungentergerissen). Daher wurde auch jetzt jenes offene Meer (Nordatlantik) unwegsam und undurchsucht (undurchforscht); da bald Schlamm stark hinderlich war, welcher die Insel, welche Platz genommen hatte, verursachte."


Die Übersetzung läßt keinen Spielraum Aus dem Textzusammenhang geht eindeutig hervor, daß mit dem "offenen Meer" der Nordatlantik gemeint ist. Atlantis versank plötzlich. Es wurde nicht überschwemmt, "verdreht" und mit Schnee und Eis überlagert, davon ist bei Plato keine Rede. Man kann es drehen und wenden wie man will!

Auch der oft gebrachte Einwand, Atlantis sei größer als Libyen und Asien gewesen, was auf einen Kontinent von der Größe der Antarktis schließen ließe, beruht auf einen Übersetzungsfehler. Es heißt, Atlantis war "von größerer Bedeutung" als Libyen und Asien

zusammengenommen. (Timaios 24 E). Der Muck’schen Theorie von einer Großinsel im Azorengebiet steht also nichts im Wege.

Durch den Einschlag des Impaktors wurde Atlantis "mit Düsenkraft ins Meer heruntergerissen", und mit ihm sanken die benachbarten Küstenränder von Afrika und Amerika ab. An den gegenüberliegenden Rändern gab es Hebungen. So wurden die Anden, und mit ihm das Titicacameer (!) mit seiner Haupt- und Hafentadt Tiahuanaco emporgehoben(5) (7)

Allerdings hat der Forscher Arthuro Posnansky festgestellt, daß die Wasser des ehemaligen Meeres nach Süden abflössen. Der Berliner Schriftsteller und Atlantis-Experte Schulz schließt hieraus, daß die kontinentale Platte gebrochen ist, so erklärt er die Schräge nach Südosten und das Gefälle nach Süden.

In der Zeitschrift "Wissenschaft ohne Grenzen" (8) schreibt Nestke, daß Tiahuanaco ein ursprünglicher Wallfahrtsort der Atlantiden/Antarkter gewesen sei und die Überlebenden Richtung Tiahuanaco geflüchtet seien. Wie Professor Braehm (9) kommt Nestke zu dem Resultat, daß die Olmeken leztlich aus Tiahuanaco stammen.

Muß die Besiedlung Amerikas überhaupt erklärt werden? Ist es nicht denkbar. daß die Prä-lndianer schon seit vielen Jahrtausenden - wenn nicht schon länger  - in Amerika ansässig waren, die in Tiahuanaco ihre höchste Kulturstufe erreicht haben, bis die Atlantis-Folgekatastrophe die damalige Hafenstadt überschwemmt und später 4000 Meter einporgeschleudert hat? (7)
 
 

Quellen und Literaturhinweise:

1) Fritz Nestke's Artikel "Globale Umkehrung-Die Zäsur: Das Eiszeitende" in "Das Große Experiment", Thomas Mehner Hrsg., Verlag CTT, Suhl 1994
2) Die Spur der Götter, Graham Hancock, Lübbe, Bergisch-Gladbach 1995
3) Polsprung und Sintflut, Hans-J. Anderssen, Verlag für Vorzeit- und Zukunftsforschung Bochum 1992
4) Atlantis - Der versunkene Kontinent unter dem Eis, R & R Flem-Ath, Hoffmann und Campe 1996
5) Alles über Atlantis, Hans-Otto Muck, Knaur München (Original Econ 1976)
6) Die Atlantische Lehre - Übersetzung und Interpretation der Platon-Texte aus Timaios und Kritias, Barbara Pischel, Europäische Hochschulschriften, Bd/Vol. 23, Peter Lang, Frankfurt am Hain, Bern 1982
7) Die Menschheit und das Leben vor und nach der Sintflutkatastrophe am 5 Juni 8498 v. u. Z., Paul Schulz, Edition, Wissenschaft, Kultur und Politik, Berlin 1993
8) Fritz Nestke in "Wissenschaft ohne Grenzen" 2/96 im Artikel „Das Olmeken-Rätsel"
9) Die Geheimnisse der Pyramiden, Harald Braehm Heyne München 1992
 

Beachten Sie bitte auch das mein Buch Das Erbe von Atlantis.
 

Roland M. Horn


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